Praktikum Teil 2 – Finale

Ich mach ja nun seit zwei Jahren eine Umschulung zum Mechatroniker, was man auch daran erkennt, dass ich seit zwei Jahren hier nichts mehr schreibe. In den letzten drei Monaten habe ich nun mein zweites Praktikum absolviert.

Ok, ich bin etwas selbst Schuld. Dieses Praktikum, nach dem im Prinzip nur noch die Prüfung kommt, sollte eigentlich dazu dienen möglichst in einer Firma „hängen zu bleiben“, also gleich eine Übernahmeangebot zu bekommen. Wusste ich vorher, habe dementsprechend nur einige handverlesene Firmen kontaktiert bei denen ich mir auch vorstellen konnte danach dort dauerhaft zu arbeiten.

Hab ich überreizt, die Firmen haben mich auch teilweise hingehalten, zwischendurch war ich auch noch krank, am Ende musste ich in fünf Tagen irgendeine Firma finden – „Hauptsache was mit Elektro“ (Zitat einer ungenannten Dozentin). Raus kam eine Firma die tatsächlich auch nur Elektro macht. Ensprechend hatte ich im Prinzip nur zwei Tätigkeitsfelder.

1. Strippen ziehen

Als reiner Elektrohelfer aufm Bau hat man den Vorteil, dass man sich keinen Kopf machen muss wenn man auf die Leiter steigt und sowas sieht. Nix mit Bündelung, Häufung, Trennung von Daten und NYM oder so. Das Kabel wird in den Kanal gelegt wo man mit der Bohrmaschine rauskommt, wenn man durch den Brandschott gebohrt hat.

Kabeltrassen kann man übrigens auch prima als Regal nutzen.

2. Prüfen

Als Praktikant hat man ja genug Zeit und kann sich um Sachen kümmern die sonst liegen bleiben. Die Prüfung ortsveränderlicher Anlagen zum Beispiel.

Hier ein paar (hundert) Lampen.

Gibt auch ne schöne Tüv-Plakette.

Natürlich müssen auch ortsfeste Anlagen geprüft werden.

Soche Bodentanks und die Steckdosen z.B. Dann testet man noch den FI (Neudeutsch RCD)…

und schlendert durch die gefühlt über 9000 qm große Büroetage zum Unterverteiler um rauszufinden ob die Sicherungsnummer auf der Steckdose mit der im Unterverteiler übereinstimmt.

Ach Ja.

Netzwerkdosen waren auch in den Bodentanks. Die müssen natürlich auch alle geprüft werden.

Paar Lampen und Steckdosen habe ich auch angebaut.

Fazit: Das Strippenziehen hat mir schon Spaß gemacht, könnte ich mir sogar für ein paar Jahre als Job vorstellen, wenn, ja wenn es nicht so total lächerlich gering bezahlt werden würde. Für meine Mechatronikerausbildung habe ich nicht wirklich was gelernt, waren in diesem Punkt drei Monate Zeitverschwendung.